Eine ältere Frau, die sehr depressiv ist und kaum noch Lebensmut hat. Ich „piesacke“ sie mit SKY und den Fragen nach ihren Emotionen, bis sie herausplatzt: Ihr Mann sei schuld daran, dass es ihr so schlecht gehe. Er habe ständig Wutanfälle. Ganz leise fügt sie hinzu: Am liebsten würde ich ihn sitzenlassen. Sie fängt an zu zittern, kommt aber irgendwie nicht weiter. Ich bitte sie, den Widerstand zu spüren, den sie gegen ihre Wut hat und ihn größer zu machen. Ich lasse sie das ganze mit Handgesten und Worten verstärken. Sie sagt: Haut ab, ihr negativen Gefühle, ich will euch in meinem Leben und meinem Körper nicht mehr haben, bis sie mit einer resignierten Geste die Hände wieder sinken lässt. Ich bin mir nicht sicher, wie weit wir da gekommen sind. Aber – es fühlt sich doch leichter für sie an. Als sie geht, sieht sie erschöpft, irgendwie frisch und leicht lächelnd in die Welt, das erste Mal wieder eine Spur optimistisch, wie sie sagt.

Schreibe einen Kommentar